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Ist Familienaufstellung gefährlich? Die Kritik an Bert Hellinger und woran du seriöse Anbieter erkennst

Svenja auf der Lake spricht zu einer Seminargruppe bei einer Aufstellung

Wenn du dich über Familienaufstellungen informierst, stößt du früher oder später auf kritische Stimmen. Da ist von „Psychosekte“ die Rede, von Retraumatisierung und von einem Begründer mit fragwürdigen Ansichten. Völlig verständlich, wenn du dich dann fragst, ob das überhaupt sicher ist.

Ich mache selbst seit zwei Jahrzehnten Aufstellungen und arbeite seit 15 Jahren auch mit meinen Klienten damit. Ich halte diese Frage für wichtig. Deshalb möchte ich sie dir ehrlich beantworten, auch mit den kritischen Punkten.

Die kurze Antwort

Eine Familienaufstellung kann schaden, wenn sie schlecht geleitet wird!! Das Risiko liegt dabei weniger in der Methode selbst als in der Haltung und Arbeitsweise der Person, die die Aufstellung leitet. Eine Aufstellung berührt oft tiefe Gefühle. Deshalb braucht es einen sicheren Rahmen, Erfahrung und Respekt vor deiner Geschichte.

Woran du eine seriöse Begleitung erkennst, lässt sich zum Glück recht klar benennen. Dazu weiter unten mehr.

Wer war Bert Hellinger?

Bert Hellinger (1925 bis 2019) war ursprünglich katholischer Priester und arbeitete lange als Missionar in Südafrika. Nachdem er den Orden verlassen hatte, beschäftigte er sich mit verschiedenen therapeutischen Ansätzen. Ab den 1980er-Jahren machte er die Familienaufstellung in Deutschland und später weltweit bekannt, unter anderem mit großen Veranstaltungen vor Hunderten von Zuschauern.

Hellinger hat die Aufstellungsarbeit populär gemacht, erfunden hat er sie aber nicht. Wichtige Vorläufer sind die Familienskulptur von Virginia Satir und das Psychodrama von Jacob L. Moreno. Heute arbeiten viele Aufsteller bewusst unabhängig von Hellinger und haben die Methode deutlich weiterentwickelt.

Was wird an Hellinger kritisiert?

Die Kritik an Hellinger ist umfangreich und kommt nicht nur von außen, sondern auch aus der Fachwelt selbst. Im Folgenden versuche ich, die wichtigsten Punkte darzustellen. Im Anschluss erzähle ich dir auch meine persönliche Meinung dazu.

Feste „Ordnungen der Liebe“

Hellinger ging davon aus, dass in Familien bestimmte feste Ordnungen gelten. Zum Beispiel, dass Eltern immer die Gebenden und Kinder immer die Nehmenden sind. Kritiker sehen darin ein starres, teils patriarchales Familienbild, das der Vielfalt echter Lebensgeschichten nicht gerecht wird.

Deutungshoheit statt Begegnung

Hellinger trat oft sehr bestimmend auf. Er deutete, was in einer Aufstellung „die Wahrheit“ sei, und sagte seinen Klienten, was sie zu tun hätten. Wenn jemand nicht „mitging“, brach er Aufstellungen schnell ab. Dieser Stil kann Menschen verunsichern und beschämen, besonders wenn sie sich gerade sehr verletzlich fühlen.

Umgang mit Tätern und Opfern

Besonders heftig kritisiert wurde Hellingers Umgang mit Gewalt und Missbrauch. Betroffene sollten zum Beispiel ihre Eltern ehren oder sich vor ihnen verneigen, auch wenn diese ihnen Gewalt angetan hatten. Für Menschen mit traumatischen Erfahrungen kann so ein Ansatz verstörend sein. Auch Hellingers Umgang mit dem Nationalsozialismus taucht immer wieder als Kritik auf.

Große Bühne, wenig Nachsorge

Ein weiterer Kritikpunkt sind Aufstellungen vor großem Publikum, oft ohne Vorgespräch und ohne die Möglichkeit, sich hinterher noch einmal zu melden. Wer nach einer aufwühlenden Aufstellung allein gelassen wird, hat mit dem Erlebten womöglich noch lange zu kämpfen.

Die Fachwelt hat sich deutlich distanziert

Auch systemische Fachverbände haben sich klar positioniert. Die Systemische Gesellschaft hat 2004 die sogenannte Potsdamer Erklärung verabschiedet. Darin heißt es sinngemäß, dass wesentliche Teile von Hellingers Praxis mit den Grundannahmen systemischer Therapie unvereinbar sind.

Gleichzeitig betont die Erklärung, dass die Aufstellungsarbeit jenseits von Hellinger als wertvolles Werkzeug weiterentwickelt werden soll. Das Problem ist also nicht das Aufstellen an sich, sondern eine bestimmte Art, damit umzugehen.

Wie ich dazu stehe

Ich habe mich lange und intensiv mit der Kritik an Bert Hellinger auseinandergesetzt. Ich habe seine Arbeit studiert und mittlerweile selbst jahrelange Erfahrung als Aufstellungsleiterin in Hunderten von Aufstellungen gesammelt. Ich nehme Hellinger nach wie vor als einen Pionier dieser Arbeit wahr, der mit unfassbarer Präzision und Genauigkeit die Ordnungen von Systemen erkannt und festgehalten hat.

Und ja, ich sehe, dass einige seiner Annahmen Kritik auslösen und mit manchen modernen Ansichten über Feminismus, Rollenbilder und Geschlechterdefinitionen nicht übereinstimmen. Zugleich sehe ich aber auch unsere heutige Auffassung von zum Beispiel Feminismus kritisch. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein Großteil des Leidens in unserer modernen Gesellschaft darauf zurückzuführen ist, dass von Frauen oft erwartet wird, die besseren Männer zu sein. Das wertet Männer ab und überfordert Frauen.

Kurz: Ich schätze Hellingers Grundlagen sehr und finde sie eine wichtige Orientierung für jeden systemischen Aufsteller! Dass sich so viele Kollegen von ihm distanzieren, bedaure ich sehr. Wir haben in unserer Gesellschaft so viel Angst vor Kritik und Ausgrenzung, dass wir oft nicht mehr zu unserer Wahrheit stehen und uns nicht trauen, sie auszusprechen. Das ist so schade, denn oft ist genau das schon der erste und größte Schritt zur Heilung.

Woran erkennst du eine seriöse Aufstellungsleitung?

Diese Punkte helfen dir bei der Auswahl, egal ob du zu mir kommst oder zu jemand anderem.

  • Es gibt ein Vorgespräch oder zumindest eine Klärung deines Anliegens. Du wirst gefragt, was du dir wünschst, und nicht einfach „aufgestellt“.
  • Du behältst die Entscheidung. Du darfst jederzeit stoppen, Nein sagen oder etwas nicht mitmachen, ohne dass das bewertet wird.
  • Deutungen werden angeboten, nicht verordnet. Was du mitnimmst, entscheidest du. Niemand erklärt dir, wie deine Familie „wirklich“ ist.
  • Die Leitung arbeitet traumasensibel. Sie achtet darauf, wie es dir geht, wird langsamer, wenn es zu viel wird, und zwingt dich nicht in schmerzhafte Situationen.
  • Der Rahmen ist überschaubar, mit kleinen Gruppen, genug Zeit für jede Aufstellung und einem bewussten Beenden der Rollen.
  • Du kannst dich auch danach melden, wenn nach der Aufstellung Fragen oder Gefühle auftauchen.
  • Die Preise sind transparent. Du weißt vorher, was es kostet, und wirst nicht zu teuren Paketen gedrängt.

Wie ich arbeite

Ich habe mich bewusst für eine Aufstellungsarbeit auf den Grundlagen Bert Hellingers entschieden und sie gleichzeitig um andere Techniken und Ansätze ergänzt. Dazu kommt eine grundlegende Haltung, die meine Ideale widerspiegelt.

Ich arbeite traumasensibel und nur so weit, wie es sich für dich gut anfühlt. Nichts wird erzwungen. Grundlage meiner Arbeit ist die Gewaltfreie Kommunikation, also eine Haltung, die ohne Schuld, Bewertung und Druck auskommt.

Du bestimmst dein Anliegen und dein Tempo. Deine Wahrheit gehört dir. Ich biete dir Bilder und Impulse an, aber keine fertigen Urteile über deine Familie.

Meine Tagesseminare finden in einer kleinen Gruppe statt, mit genug Zeit für jede Aufstellung. Ich verkaufe keine Zehnerkarten, du entscheidest, ob und wann du wiederkommst. Und du kannst dich vorher und nachher bei mir melden, wenn du Fragen oder Probleme hast. Du wirst nicht alleine gelassen!

Zum Schluss

Manche Kritik an Bert Hellinger ist berechtigt, und es ist gut, dass sie offen ausgesprochen wird. Sie ist aber kein Grund, Aufstellungsarbeit grundsätzlich abzulehnen. Es kommt darauf an, wie aufgestellt wird. Mit Respekt vor deiner Geschichte, mit deiner Zustimmung bei jedem Schritt und in einem sicheren Rahmen.

Wenn du mehr über die Methode selbst erfahren möchtest, lies gerne meinen Artikel Was ist eine Familienaufstellung? Ablauf, Wirkung und Kritik.

Und wenn du Fragen hast oder unsicher bist, ob eine Aufstellung zu dir passt, melde dich gerne bei mir, per Mail, Anruf oder WhatsApp. In einem kurzen Gespräch klären wir, ob und wie wir gut zusammenarbeiten können. Alles darf sein, auch deine Skepsis.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, trag dich gerne in meinen Newsletter ein. Dort erzähle ich dir von neuen Artikeln, spannenden Themen und was mich in meiner Arbeit gerade bewegt. Zudem gibt es Ankündigungen zu Seminaren und Angeboten. Keine Angst, ich bin vielbeschäftigt und habe immer tausend Tauben auf dem Dach. Das wird nix Regelmäßiges und spamt dich nicht zu! 🙂


Alles, was Du wissen musst – auf einen Blick.

Häufig gestellte Fragen

Ich möchte, dass Du Dich bei mir gut aufgehoben fühlst. Deshalb beantworte ich hier die Fragen, die mich am häufigsten erreichen. Wenn Deine Frage nicht dabei ist, bin ich jederzeit für Dich da.

Ich kombiniere systemische Aufstellungsarbeit mit körperzentrierten Techniken und meinem eigenen Ansatz der Inneren Transformation. So lösen wir nicht nur Blockaden im Kopf, sondern auch tiefsitzende Muster im Körper und Familiensystem. Wir stärken Deine Ressourcen und klären, was Du wirklich brauchst, damit Dein Leben leichter und freier wird.

Ich arbeite ganzheitlich - Körper, Seele und Verstand gehören zusammen. Nur wenn wir auch die unbewussten Mechanismen anschauen, die hinter einem Problem liegen, kann echte Transformation passieren. Außerdem vereine ich sehr wirkungsstarke Ansätze und kann immer individuell schauen, was Du gerade brauchst.

Ja. Ob online oder vor Ort in Essen - beides ist kraftvoll und wirksam. Du entscheidest, was besser zu Deinem Leben passt. Auch ein Mix ist möglich. Für Gruppenprozesse wie Aufstellungen gibt es zusätzlich Workshops und Seminare – die Termine findest Du unter svenja-aufderlake.de/termine.

Dann bist Du hier genau richtig. Viele Menschen haben sich so lange angepasst, dass sie gar nicht mehr spüren, was sie selbst wollen. Gemeinsam finden wir heraus, was Dir wirklich guttut.

Beim ersten Termin schauen wir kurz, wo Du stehst und was Du erreichen möchtest. Dann starten wir direkt mit Deinem Prozess, denn Reden allein bringt oft keine Veränderung. So spürst Du schnell, ob meine Arbeit zu Dir passt und kannst dann entscheiden, wie Du weitermachen möchtest.

Oft sehr schnell. Manchmal reicht eine Aufstellung, um spürbare Veränderungen auszulösen. Bei tieferen Themen zeigen sich nach drei bis fünf Sitzungen nachhaltige Veränderungen im Alltag.

Ich arbeite traumasensibel und nur so weit, wie es sich gut anfühlt. Es wird nichts gewaltsam aufgebrochen. Ein sicherer, geschützter Rahmen ist für mich selbstverständlich.

Darum musst Du Dich nicht kümmern. Ich höre Dir zu, was Du erreichen möchtest, und schlage Dir dann den passenden Ansatz vor. Oft ist es auch eine Kombination, die besonders gut wirkt.
Svenja auf der Lake
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